Technische Hinweise
ABM Bremsen
ABM Scheibenbremsen vom Typ EFB und ZFB sind elektromechanisch betätigte Sicherheitsbremsen und halten den Antrieb in jedem Betriebszustand schnell und zuverlässig an. Sicherheit erlaubt keine Kompromisse: Seit 6 Jahrzehnten entwickelt und fertigt ABM Bremsen. Diese Erfahrung hat zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Bremsverhaltens geführt. Alle Komponenten und Funktionen der Bremse sind genau auf den jeweiligen Antrieb abgestimmt.
Die wesentlichen Eigenschaften und Vorteile für den Anwender sind
• Einstellbares Bremsmoment
• Sicheres Bremsen bei Netzausfall
• Leichtes manuelles Nachstellen
• Unbegrenzte Einschaltdauer
• Asbestfreier Bremsbelag
• Hohe Schalthäufigkeit
• Lange Lebensdauer der Beläge
• Kurze Ein- und Ausschaltzeiten
Anwendungsbeispiele
• Krane, Hebezeuge
• Förder- und Transportanlagen
• Werkzeugmaschinen
• Verpackungsmaschinen
• Textilmaschinen
• Lagertechnik
Optionen
• Handlüftung in Lage A, B, C oder D
• Schnellerregung
• Reibscheibe korrosionsgeschützt
Wirkungsweisen
Bei der ABM Scheibenbremse EFB (Einflächenbremse) ist der Magnetkörper in das B-seitige Lagerschild eingegossen. Als Bremsbelagträger dient das Lüfterrad aus Aluminium. Eine Druckfeder stützt sich am Bremslagerschild ab und drückt eine axial verschiebbare Ankerplatte im spannungslosen Zustand gegen den Spezialbremsbelag auf dem Lüfter.
Die ABM Scheibenbremse ZFB (Zweiflächenbremse) wird an das B-seitige Lagerschild angebaut, welches gleichzeitig als eine der Bremsflächen dient. Die Bremsscheibe aus Leichtmetall trägt auf zwei Seiten einen Spezialbelag und liegt zwischen dem Lagerschild und dem Magnetkörper mit Ankerplatte. Im spannungslosen Zustand drücken mehrere Federn die Ankerplatte gegen die Bremsscheibe und bringen diese mit dem Lagerschild in Berührung.
Zuordnung der Scheibenbremsen
Anschlußspannungen
Normal 230 V AC, 50 / 60 Hz bei Anschluss am Gleichrichter. Andere Spannungen auf Anfrage. Durch wechselstrom- bzw. gleichstromseitiges Schalten kann die Ausschaltzeit der Bremse dem Einsatzfall angepasst werden, d.h. exakt schnelles oder verzögert weiches Bremsen wird ermöglicht. Mit einem Schnellerregungsgleichrichter kann die Einschaltzeit verkürzt werden.
Einbau der ABM Getriebemotoren
Die Getriebemotoren sind nur in die Bauform einzubauen, für die sie auch bestellt wurden. Bei der Montage sind Verspannungen der Gehäusefüße oder des Flansches zu vermeiden. Werden Getriebe- und Maschinenwelle unmittelbar miteinander gekuppelt, so müssen beide Wellen zueinander fluchten. Bei Riemen- oder Zahnradantrieben muss Achsparallelität von An- und Abtriebswelle gegeben sein. Kupplungen, Räder oder Riemenscheiben sollen unter möglichster Schonung der Getriebelager auf die Welle montiert werden. Zum Aufziehen ist die Gewindebohrung in der Stirnseite der Welle zu benutzen. Andernfalls sind die Übertragungselemente im erwärmten Zustand aufzubringen.
Die Öffnung der Lüfterhaube muss immer frei bleiben. Sie ist vor Verstopfung durch groben Staub oder dergleichen zu schützen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Getriebemotoren infolge fehlender Kühlung zu heiß werden und der Motor durchbrennt.
Anschließen der ABM Getriebemotoren
Für direktes Einschalten der Getriebemotoren ist nur eine Kabelzuführung erforderlich. Die zweite Öffnung am Klemmenkasten muss dann durch einen Blindstopfen verschlossen werden. Das Motorengehäuse ist an der markierten Schutzschraube im Klemmenkasten zu erden. Die Phasenfolge im Netz muss vor Anschluss des Getriebemotors ermittelt werden. Bei normaler Verbindung der Phasen L1, L2, L3 mit den Klemmen U1, V1, W1 des Motors ergibt sich auf die Abtriebswelle gesehen ein Rechtslauf des Motors.
Wartung der ABM Getriebemotoren
Unsere Getriebemotoren werden betriebsfertig ausgeliefert. Sie erhalten die erste Schmiermittelfüllung im Werk. Diese reicht bei Ölfüllung für ca. 10.000 Betriebsstunden und bei Fettfüllung für ca. 8.000 Betriebsstunden. Ein Nachfüllen ist nicht erforderlich, denn eine Überfüllung könnte zu unzulässiger Erwärmung führen.
Anmerkungen zu den Maßtabellen
Bildliche Darstellung ist unverbindlich. Änderungen der technischen Daten behalten wir uns vor.
Die Maßtabellen sind gültig für folgende Motortypen:
• Drehstrommotoren
• Einphasenmotoren ohne Kondensator(en)
• Polumschaltbare Motoren
Die Maße g2 und p3 beziehen sich bei Baugrößen 56 bis 132 auf den Kunststoffklemmenkasten, Baugröße 160 ist nur mit Aluminiumklemmenkasten erhältlich. Die Abmessungen der Paßfeder entsprechend DIN 6885 Blatt 1.
Auswahl Getriebemotor
Neben der Auswahl der Getriebemotorenart überhaupt, ist für die richtige Bemessung des Antriebes eine genaue Kenntnis über den Einsatzfall Bedingung. Die Arbeitsmaschine im Betrieb ist durch ein bestimmtes Belastungskollektiv gekennzeichnet. Die Auswirkungen auf die Arbeitsmaschine werden deshalb mit hinreichender Genauigkeit durch den sog. Betriebsfaktor berücksichtigt.
Bei Bestimmung eines Getriebemotors ist darauf zu achten, dass der Betriebsfaktor des ausgewählten Getriebes gleich groß oder größer ist als der Tabellenwert.
Zuordnung des Betriebsfaktors

Der Betriebsfaktor ist das Produkt aus fB1 x fB2.
Bei Betrieb mit zwei Drehkraftrichtungen ist noch ein Zusatzfaktor von 1,4 zu berücksichtigen.
Eine Verkleinerung der Getriebe ist für Kurzzeitbetrieb möglich.
Hierzu bitte Anfrage
Abtriebsdrehzahl
Der angegebene Drehzahlbereich berücksichtigt die kleinstmögliche Untersetzung (oberer Drehzahlwert) bzw. die größtmögliche Untersetzung und das maximale übertragbare Drehmoment bei einem angenommen Betriebsfaktor fB=1 (unterer Drehzahlwert). Eine genaue Ermittlung der Abtriebsdrehzahl erfolgt über die Motordrehzahl und der gewählten Untersetzung.
Beispiel:
| Flachgetriebemotor mit Bremse für Transportband mit 1,5 kW Leistung |
| Drehzahl: | 90min-1 |
| Mittlere tägl. Betriebsdauer: | 8 h |
| Schaltungen / h: | 100 |
| Anlauf | mit mäßigen Stößen |
Benötigtes Abtriebsdrehmoment:
T2 = 9550 * 1,5 kW/ 90 min-1= 159 Nm
Benötigte Untersetzung bei 4-poligen Motor:
i = 1390 min-1 / 90 min-1 = ca. 15,4
(Die genaue Nenndrehzahl des Motors kann unserer Motorenbroschüre entnommen werden. Bei i > ca. 50 ist ggf. ein 3-stufiges Getriebe erforderlich)
Der Betriebsfaktor für diesen Einsatzfall ergibt sich aus der Tabelle:
fB = fB1 x fB2 = 1,2 x 1,15 = 1,38
Das erforderliche Getriebemoment ist T2 <= T2 x fB = 159 Nm x 1,38 = 219 Nm
Aus der Tabelle “Untersetzungen und zulässige Drehmomente” der jeweiligen Getriebeart ergibt sich für diesen Einsatzfall ein zweistufiges Flachgetriebe der Baugröße FGA 252 mit einem i = 15,16 und einem T2max = 250 Nm. Aus der Auswahltabelle bzw. Motorenübersicht aus unserer Broschüre TechLine 1 ”Asynchronmotoren” wird der Bremsmotor der Type EFB3/4D90La-4 gewählt.
Selbstverständlich stehen Ihnen für die Auslegung unsere Techniker gerne unterstützend zur Verfügung.